Monika´s erste Reise:

01.05.09

es ist Abend geworden, habe noch Spenden von Bekannten und Tierärzten zusammengetragen, diese werden schon mal im Bus verstaut.

02.05.09

eine etwas unruhige Nacht ist vorbei. Im Bus verschwinden der Reiseproviant nebst drei Kannen Kaffee. Mein Sohn hilft mit. Nun verabschiede ich mich noch von meinen drei Fellnasen und los geht’s. Ich fahre nach Freiburg im Breisgau, wo die anderen Spenden auf ihre Abholung warten. Sie wurden hier für 2 Wochen zwischengelagert.
Nach zwei Stunden Arbeit ist alles auf und im Bus verschwunden. Gegen 17:00 Uhr beginnt die Reise nach Pedro Munoz (1750km). Zwischen Lyon und Valence wird die erste Nacht gerastet.

03.05.09

ein wunderschöner Morgen, es scheint ein schöner Tag zu werden. Beim Frühstück geschieht es! Aus dem Radio quirlt eine Orkanwarnung für die Route Valence - Barcelona. Meine Route...da muß ich durch, aber der Wettergott hat Nachsicht mit mir und gegen 17:00 Uhr erreiche ich unbeschadet Barcelona.
Gegen 18:00 Uhr habe ich einen Rastplatz für die nächste Nacht gefunden. Das Thermometer zeigt immer noch 30 Grad - ich bin in Spanien.

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04.05.09 8:00

wieder Frühstück im Freien, man könnte denken - Urlaub, aber ich stehe auf einem Autobahnrastplatz und bin auf dem Weg zu einem spanischen Tierheim, das dringend Hilfe braucht, aber dazu später mehr.

05.05.09

ich bin um 9:00 Uhr in Pedro Munoz angekommen. Einen Straßennamen hat das Tierheim nicht und spanisch spreche ich auch nicht. Eine Telefonnummer habe ich zwar, aber wie soll ich Loli, die Ehefrau des Leiters des Heimes die mich erwartet, mitteilen wo ich in Pedro Munoz stehe. Eine ältere Dame mit Hund kreuzt meinen Weg, ich spreche sie an und zeige ihr die Telefonnummer. Ganz spontan nimmt sie ihr Handy, ruft die angegebene Nummer an und siehe da 5 min. später parkt ein Pkw hinter mir. Eine Stimme ruft meinen Namen.
Geschafft, es ist der Leiter des Tierheimes: Juan.
Es folgt eine Begrüßung, so als würden wir uns schon lange kennen, aber es ist meine erste Reise zu diesem Tierheim. Ich werde von allen aufs herzlichste begrüßt.
Die Freude ist ihnen ins Gesicht geschrieben und glaubt es mir, jedes Teil der Spenden wird dort dringend gebraucht.
Alle Sachen sind entladen und der Bus ist jetzt ca. 400 kg leichter.

Nein, ich fahre nicht wieder weg, habe meine Hilfe vor Ort für ein paar Tage angeboten.
Ich darf den Innenhof des Heimes betreten. Was jetzt kommt muß man erlebt haben:
Eine Begrüßung von ca.60 Hunden erfolgt, sie laufen alle frei und jeder versucht eine persönliche Begrüßung meinerseits zu bekommen. Obwohl all diese Seelen von ihren ehemaligen ``Besitzern`` (Mensch) teilweise aufs übelste zugerichtet wurden oder auf furchtbare Weise entsorgt werden sollten, sie drängen sich eng an mich. Ich bin überwältigt von Gefühlen und versuche mir einen Weg durch die Menge zu bahnen.

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Obwohl ich mich kaum verbal verständigen kann mit den Mitarbeitern (drei Frauen und ein Mann - bereits 74 Jahre), verstehen wir uns auf Anhieb. Ich helfe beim Reinigen der Zwingeranlagen und der Versorgung der noch kranken Tiere.
Gegen 13:00 Uhr verlasse ich mit Loli das Heim, wir fahren zu ihr nach Hause. Juan und Loli bestehen darauf, dass ich in ihrem Haus wohne und laden mich zum Essen ein. Auch in ihrem Privathaus ist ihre Arbeit präsent, dort begrüßen mich auch noch viele Hunde. Es sind Hunde, die besondere Pflege brauchen, z.b. frisch operierte Hunde. Drei junge Galgas, ca. 8 Wochen alt, wurden halb verhungert aufgefunden. Auch sie leben im Haus. Am späten Abend, es ist bereit 23:00 Uhr, kommt Lidia zu Besuch. Lidia spricht englisch und übersetzt, auch sie ist eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des Tierheimes. Die folgenden Tage vergehen wie im Flug. An den Vormittagen helfe ich mit all den anliegenden Arbeiten im Tierheim. Die Hunde müssen gefüttert werden (es steht ihnen den ganzen Tag über Futter zur Verfügung), Trinkwasser muß aufgefüllt werden, Zwinger und Außenanlegen müssen ausgespritzt werden, und Wunden müssen versorgt werden. Danach folgt eine Siesta, anschließend machen wir uns jeden Tag auf den Weg und fahren mit verletzten oder kranken Hunden in Tierkliniken. Eine kleine Tierklinik ist ca. 35 km von Pedro Munoz entfernt, aber die schweren Fälle müssen im 170 km entfernten Madrid versorgt werden

Die Ausgaben stehen in keinem Verhältnis zu den Einnahmen! Das Tierheim lebt ausschließlich von Spenden. Nur um mal ein Beispiel zu nennen: Ein Chip für die Hunde bekommt man bei uns in Deutschland für ca. 7,- Euro, in Spanien bezahlt man dafür 35,- Euro. Staatlich sind keine Hilfen zu erwarten. Die meisten Tierheime sind ihren „Nachbarn“ ein Dorn im Auge.
Bis auf eine Lohnarbeiterin arbeiten alle anderen ehrenamtlich. Sie arbeiten Tag für Tag, Sonn- und Feiertage, denn auch an diesen Tagen wollen die Hunde versorgt werden. Die Arbeitsbedingungen sind nicht nur ansatzweise mit den deutschen Verhältnissen zu vergleichen. Im Tierheim gibt es kein Waschbecken, keine Toilette kein Warmwasser. Es ist nur ein Wasseranschluss vorhanden. Mit einem langen Wasserschlauch werden die Zwinger täglich ausgespritzt. Das Wasser, welches sich dann auf dem Hof sammelt, wird mit einer, nennen wir es Schippe, vom Boden abgeschöpft. Die Hunde würden es sonst trinken. Das Wasser ist nicht giftig, aber für Durchfall würde es schon reichen. So schöpfen sie Tag für Tag, Sommer wie Winter.
Aber trotz der schlechten Arbeitsbedingungen gelingt es den Mitarbeitern alles sauber zu halten. Kein Hund soll im Schmutz schlafen müssen. Über Mittag müssen alle Hunde in die vorhandenen Zwinger mit Schlafraum gebracht werden, da auf dem Innhof keine schattigen Plätzchen vorhanden sind. Jetzt Anfang Mai, betragen die Temperaturen schon 30 °C. Ich vermag gar nicht an die Tempaturen im Juli oder August denken... Im Winter sinkt die Temperatur weit unter Minus. Wer mag sich die Arbeit bei Kälte vorstellen? Wer mag sich vorstellen, dass viele, viele Fellnasen auf blanken Beton schlafen?
Diese Menschen tun alles in ihrer Macht stehende, damit es den Hunden gut geht!

Während meiner Anwesenheit durfte ich auch erleben, wie zwei Hunde ein neues Zuhause gefunden haben.
Einen der Glücklichen durfte ich in sein neues Heim in der Nähe der spanisch – französischen Grenze begleiten. Chaqui (Jacky) wohnt jetzt am Meer. Da sein neue Heimat auf meinem Rückweg lag, habe ich ihn persönlich seinem neuen Besitzern bringen können.

Er hat die ganze Fahrt über geschlafen, ganz nah bei mir...als würden wir uns schon ewig kennen........

Ein tolles Gefühl, aber leider nur ein Tropfen im Meer.
Leider gibt es überall - ob in Spanien, Deutschland, Belgien, Italien und vielen anderen Ländern tausend und aber tausende Tiere, die auf ein schönes zu Hause warten.
Leider kann ich nicht das ganze Leid der Welt auf mich nehmen oder gar abschaffen...
Aber ich habe für mich persönlich entschieden, Pedro Munoz all meine Unterstützung zu geben.
PEDRO MUNOZ DARF NICHT UNTERGEHEN!
Alles war transparent, es gab keinen Raum, den ich nicht sehen durfte. Die Menschen begegnen einem mit so viel Herzlichkeit.
Ich würde mich riesig freuen, wenn auch Andere mithelfen würden und glaubt mir, es gibt viel zu tun! Man könnte seitenweise berichten und diese würden nicht ausreichen, all das in Wort und Bildern wiederzugeben…………

Danke von Monika an

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Helfer und Spender:

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Fam. Kempf aus Freiburg/Breisgau, bei ihnen durften wir die Spenden für zwei Wochen einlagern

Irena und Athos aus der Schweiz

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Tierarztpraxis Baden (Schweiz) Dr. Maurer und Team

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Tierarztpraxis Stade (D) Dr. Hölter und Team

Lidia (Spanien) Übersetzerin

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Elli (Spanien) Übersetzerin

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Juan und Loli (Spanien) meine Gastgeber in Pedro Munoz

Drei junge Spanienurlauber aus Deutschland (Kennz.KA) leider unbekannt, die mir spontan eine Geldspende auf einem Rastplatz für Pedro Munoz gegeben haben.

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Ein kurzer Einblick mit den Stimmen des Tierheims:

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http://www.youtube.com/watch?v=TDf4hvX4Z4E

YouTube-Video

 

Futterkette für Spanien

Bettina Seidemann

37269 Eschwege

Mail: bseidemann@gmx.de